Sie haben einen Antrag für Leistungen von der
Pflege-Kasse gestellt. Zum Beispiel Geld.
Oder andere Leistungen zur Pflege.

 

Für diese Leistungen ist wichtig:
Wo braucht der pflege-bedürftige Mensch Hilfe?
Wieviel Hilfe braucht er?

 

Das untersuchen die Fach-Leute vom
Medizinischen Dienst der Kranken-Versicherung
(MDK). Sie kommen zu Ihnen nach Hause.
Und untersuchen die Person, die Pflege braucht.
Das nennt man Pflege-Begutachtung.

 

Dann machen sie einen Bericht.
Den nennt man Pflege-Gutachten.

 

In dem Gutachten steht, was die
pflege-bedürftige Person alleine kann.
Und was sie nicht alleine kann.
Und welchen Pflege-Grad die Person hat.

 

Der Pflege-Grad steht dann im Bescheid von der
Pflege-Kasse. Dort steht auch, welche Leistungen
die pflege-bedürftige Person bekommt.

Die Gutachter vom MDK kommen zu Ihnen nach Hause.
Das kann auch ein Alten-Heim oder
ein Pflege-Heim sein. Der MDK macht vorher
einen Termin mit Ihnen.

 

Beim Haus-Besuch schauen die Gutachter:
Wo brauchen Sie Hilfe? Mit welchen Hilfsmitteln
kann man Ihr Leben leichter machen?
Zum Beispiel mit einem Rollstuhl oder Rollator.
Oder mit Hilfe beim Duschen oder Baden.
Vielleicht muss man auch etwas in Ihrer Wohnung
verändern.

Die Gutachter vom MDK sind Fach-Leute.
Zum Beispiel Pflegerinnen und Pfleger. Oder
Ärztinnen und Ärzte. Sie schauen genau, wo Sie
Hilfe brauchen. Erzählen Sie den Gutachtern
deshalb genau, was Ihnen Schwierigkeiten macht.
Das kann auch eine Person machen, die Sie gut
kennt. Und die weiß, welche Probleme Sie haben.
Und wo Sie Hilfe brauchen. Fragen Sie deshalb
eine solche Person, ob sie dabei sein kann.

 

Der Haus-Besuch kann eine Stunde dauern.

Menschen mit der Krankheit Demenz vergessen
ganz viel. Zum Beispiel wo sie wohnen. Oder ob sie
schon gegessen haben. Demenz-kranke Menschen
können oft nicht mehr alleine bleiben.

 

Beim Haus-Besuch sprechen die Gutachter zuerst
mit der demenz-kranken Person. Auch wenn das
schwierig ist. Dann sprechen die Gutachter mit
der Familie. 

Die Gutachter machen einen Bericht. Dort steht,
welchen Pflege-Grad Sie bekommen sollen.
Und wobei Sie Hilfe brauchen.


Die Gutachter schicken den Bericht an die
Pflege-Kasse. Zusammen mit der Information,
welche Hilfsmittel Sie brauchen. Zum Beispiel
einen Rollstuhl. Dann müssen Sie keinen
Extra-Antrag ausfüllen.


Dann bekommen Sie einen Bescheid von der
Pflege-Kasse. Dort steht Ihr Pflege-Grad.
Und welche Leistungen Sie bekommen.
Das Gutachten ist auch dabei.

Dann können Sie sich wehren. Das nennt man
Widerspruch. Dafür haben Sie 1 Monat Zeit.
Die Zeit fängt an, wenn Sie den Bescheid
bekommen haben.

Die Gutachter schauen: Wie kommt ein Mensch
mit ganz normalen Sachen im Leben klar.
Was kann der Pflege-Bedürftige?
Was kann er nicht?
Wo braucht er Hilfe?
Wieviel Hilfe braucht er?


Das schreiben die Gutachter auf.
Und verteilen Punkte.


Am Schluss sehen die Gutachter:
Wie viele Punkte hat der Pflege-Bedürftige
bekommen? Dann können sie sagen,
welchen Pflege-Grad er hat.


Die Gutachter schauen 6 Bereiche an:

  1. Bewegung
     
  2. Denken und Sprechen
     
  3. Verhalten
     
  4. Selbst-Versorgung: 
    Essen und Trinken,
    Anziehen und Ausziehen,
    Waschen und Körper-Pflege
     
  5. Umgang mit der Krankheit und den
    Medikamenten

     
  6. Den Tag selber planen und mit anderen
    Menschen in Kontakt treten

 

Es gibt 5 Pflege-Grade.

Jeder Pflege-Grad hat eine bestimmte
Punkt-Zahl.

Pflege-Grad 1: 12,5 bis unter 27 Punkte
Das ist der kleinste Pflege-Grad.
Der Mensch braucht nur wenig Hilfe.


Pflege-Grad 2: 27 bis unter 47,5 Punkte
Der Mensch kann bestimmte Sachen nicht mehr
alleine. Zum Beispiel: Sich selber Waschen und
anziehen. Oder sich Dinge merken. Er braucht
mehr Hilfe.


Pflege-Grad 3: 47,5 bis unter 70 Punkte
Der Mensch kann viele Sachen nicht mehr alleine.
Und braucht viel Hilfe.


Pflege-Grad 4: 70 bis unter 90 Punkte
Der Mensch kann sehr viele Sachen nicht mehr
alleine. Und braucht sehr viel Hilfe.


Pflege-Grad 5: 90 bis 100 Punkte
Das ist der höchste Pflege-Grad.
Der Mensch braucht sehr viel Hilfe.
Und besondere Pflege.


Für Kinder bis 1 ½ Jahre gibt es besondere Regeln.
Sie bekommen immer einen Pflege-Grad höher
als Erwachsene.

Bewegung
Wie gut kann der Mensch
seinen Körper bewegen?
Wie gut kann er sich in der
Wohnung bewegen?
Wie gut kann er Treppen laufen?


Denken und Sprechen
Kann der Mensch sich mit anderen
unterhalten? Kann er alleine für sich
selbst entscheiden?
Hat der Mensch Probleme mit der Zeit?
Oder mit Orten?
Weiß er, wann Tag und Nacht ist?
Weiß er immer, wo er ist?
Und wie er nach Hause kommt?


Verhalten
Ist der Mensch oft traurig?
Oder wütend? Oder hat er oft Angst?
Wie oft braucht er deshalb Hilfe?


Selbst-Versorgung
Wie gut kann der Mensch alleine
für sich sorgen? Zum Beispiel:
Sich alleine waschen, anziehen,
ausziehen, alleine essen und trinken.


Umgang mit der Krankheit
und Medikamenten

Wie gut kommt ein Mensch mit
seiner Krankheit klar?
Kann er alleine zum Arzt?
Kann er seine Medikamente
alleine nehmen? Wie oft braucht er
bei diesen Sachen Hilfe?


Den Tag planen und mit anderen
Menschen in Kontakt treten

Wie gut kann der Mensch alleine
planen, was er am Tag machen will?
Oder wann er was machen muss?
Will er mit anderen Menschen
zusammen sein? Was macht er dann?
Wie gut kann er das alleine?

Machen Sie sich vorher eine Liste:

  • Was schaffen Sie noch alleine?
  • Was macht Ihnen Schwierigkeiten?
  • Wobei brauchen Sie jeden Tag Hilfe?


Überlegen Sie vor dem MDK-Besuch:

  • Wer soll dabei sein?
  • Fragen Sie am besten jemanden, der
    Sie gut kennt. Und der weiß, wo Sie Hilfe
    brauchen.
  • Wenn Sie einen gesetzlichen Betreuer
    oder eine Betreuerin haben: Dann sagen
    Sie ihm oder ihr bitte Bescheid.
  • Wenn Sie bei der Begutachtung einen
    Gebärden-Dolmetscher brauchen:
    Dann sagen Sie Ihrer Pflege-Kasse bitte
    Bescheid. Die Pflege-Kasse kümmert
    sich dann darum.
  • Wenn Sie nur wenig oder kein Deutsch
    sprechen: Dann fragen Sie jemanden,
    der Deutsch kann, ob er bei der
    Begutachtung dabei sein kann.


Welche Papiere brauchen Sie?

  • Berichte von Ihrem Haus-Arzt und von
    Fach-Ärzten. Oder den letzten Bericht
    vom Kranken-Haus. Das ist der
    Entlassungs-Bericht.
    Wenn Sie die Berichte nicht haben, dann
    müssen Sie nicht extra nachfragen.
    Es geht auch so.
  • Ihr Medikamenten-Plan
    Darin steht, welche Medikamente Sie
    nehmen müssen.
  • Wenn ein Pflege-Dienst zu Ihnen kommt:
    Dann zeigen Sie uns bitte den Ordner
    vom Pflege-Dienst.